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Aktuelle Meldungen

Peer to Peer

Auf allen Ebenen strebt TanzZeit eine Vermittlung mit möglichst geringem Altersabstand an, d.h. von unterschiedlichen Niveaustufen wird profitiert, indem ältere und erfahrenere Tänzerinnen und Tänzer ihre Kenntnisse an die Jüngeren weitergeben. TanzZeit hat im Lauf der letzten Jahre dafür unterschiedliche Formate entwickelt, in denen junge Leute nahezu Gleichaltrige unterrichten. 

Der geringe Altersabstand zwischen den Tänzerinnen und Tänzern der Jugendcompany und den Schülerinnen und Schülern der TanzZeit-Klassen hat sich als äußerst motivierend herausgestellt: Die Schülerinnen und Schüler sehen die Jugendcompany als Vorbild – aufmerksam verfolgen sie den Tanz auf der Bühne und sind in Workshops neugierig darauf, charakteristische Bewegungen von „den Großen“  zu lernen. 

1. INCORPO – Aufführungen und Workshops für Schulklassen

Im Schuljahr 2010/11 ist ein Angebot auf große Resonanz gestoßen, bei dem Schulklassen nach dem Besuch einer Vorstellung der Jugendcompany in einem Workshop durch Tänzerinnen und Tänzer der Jugendcompany unterrichtet wurden. Entwicklung und Umsetzung dieses Angebots – „INCORPO – Ein Tanzpaket für Schulklassen“ – wurde vom Berliner Projektfonds Kulturelle Bildung finanziert. 

„Incorpo“ bedeutet „verinnerlicht“ und drückt aus, dass die Tänzerinnen und Tänzer der Jugendcompany ihr Gelerntes soweit verinnerlicht haben, dass sie es weitergeben können. 

„Schon als sich die beiden jungen Tänzer der TanzZeit-Jugendcompany der Klasse am Morgen vorstellten, war die Verwunderung der Kinder zu spüren. Ihrer Vorstellung von Tanzlehrern entsprachen die beiden jungen Männer nicht: zu jung, zu locker und zu cool! Klasse!“
(Marion Leinen, Lehrerin der Katholischen Schule Herz Jesu)

Das Projekt INCORPO wurde bei Lehrern und Schülern insgesamt sehr gut angenommen. Wir konnten die Spielstätten RADIALSYSTEM V, Theater an der Parkaue und Tanzfabrik / Uferstudios als aufgeschlossene und interessierte Partner gewinnen. Im Theater an der Parkaue und in den Uferstudios waren die Schulvorstellungen ausverkauft, im RADIALSYSTEM V lag die Auslastung der Schulvorstellungen durchschnittlich bei 84%, was bei 320 Zuschauerplätzen ein phänomenales Ergebnis ist. 

2. Austausch mit der französischen Company 2b2b

Ergänzend zum Projekt „INCORPO“ fand in der Spielzeit 2010/2011 ein Austausch mit dem Jugend-Tanzensemble 2b2b aus den nördlichen Stadtteilen von Marseille statt. Gegenseitigem Probenbesuch und gemeinsam gestalteten Aufführungen, bei denen die TanzZeit-Jugendcompany mit großem Erfolg „Brief an L.F.“ zeigte, folgte Erfahrungsaustausch bei gemeinsamen Unternehmungen und Abendessen. In Trainingsstunden lernten die Jugendlichen die Trainingsmethoden und Arbeitsweisen der jeweils anderen Company kennen.

3. ABRAZOS – Aufführungen und Workshops mit Berliner und Pariser Jugendlichen

Im Rahmen des 25jährigen Bestehens des Freundschafts-und Kooperationsabkommens zwischen Berlin und Paris fand vom 05. bis 11.09.2012 ein einwöchiger Workshop mit 20 jugendlichen, aktiven Tänzerinnen und Tänzern aus Berlin und Paris in Berlin statt. Unter dem Titel „Abrazos“ (dt. „Umarmungen“) erarbeitete Livia Patrizi in Kooperation mit An Boekman als choreografischer Assistenz mit der TanzZeit-Jugendcompany und den Pariser Tänzerinnen und Tänzern eine gemeinsame Choreografie. In „Abrazos“ geht es nicht nur darum, symbolisch die Freundschaft und Partnerschaft der Städte darzustellen – es wird vor allem auch deutlich, wie aus gänzlich verschiedenen Tanzstilen, von zeitgenössischem Tanz über Hip Hop bis Krumping, mit Einflüssen aus zwei verschiedenen Nationen eine Einheit wird.

In der Rückbegegnung der Tänzerinnen und Tänzer vom 07. bis 13. November 2012 in Paris wurde ein zweiter Teil erarbeitet und aufgeführt. 

„Abrazos“ wurde im Juni 2013 zum Festival Rampenlichter in München eingeladen. Auf dem Programm standen drei Schulvorstellungen und Workshops für Schulklassen, die u.a. von Tänzerinnen und Tänzern der Jugendcompany geleitet wurden.

4. TEATRO VALLE – Aufführungen und Workshops mit Schülern in Rom

Im Rahmen der Einladung von TanzZeit ins Teatro Valle in Rom haben die Jugendcompany-Tänzer Murat Alkan und Felix Schulze einen fünftägigen Workshop mit Jugendlichen aus Rom abgehalten. Es nahmen etwa 40 Schüler mehrerer weiterführender Schulen sowie Licei coreutici (staatliche tanzbetonte Gymnasien) aus Rom teil.

Angelehnt an Bewegungsmaterial aus „WHAVT – Wer hat Angst vor Tanz“ erarbeiteten sie eine etwa 20minütige Choreografie, die am Wochenende vor Schulklassen, Eltern und Freunden aufgeführt wurde und großen Beifall fand. Zudem wurden drei Vorstellungen von „WHAVT“ mit sieben Jugendcompany-Tänzern und zwei Profis gegeben.

5. TANZKONGRESS – Offene Klasse vor Fachpublikum

Beim Tanzkongress in Düsseldorf vom 06.-09. Juni 2013 gestaltete TanzZeit mit einer „Offenen Klasse“ die Grundlage für mehrere anregende Diskussionen unter Experten. Murat Alkan und Felix Schulze, die beide über die Teilnahme an der TanzZeit-Jugendcompany zum zeitgenössischen Tanz gekommen sind, unterrichteten vor internationalem Publikum eine Düsseldorfer Schulklasse und gaben damit ihre über die Jahre gewonnenen Tanzerfahrungen an andere junge Menschen weiter. Beide verkörpern eine Generation von Profi-Tänzern, die das Thema Vermittlung von Anbeginn als wesentlichen Bestandteil ihrer Arbeit begreift. Im Anschluss an die Lecture Demonstration wurde in verschiedenen Labors über die Potenziale, Perspektiven und Schwierigkeiten tanzkünstlerischer Vermittlung diskutiert.